Video-Konferenz: Kameras an?

Stell dir vor, du sprichst auf Zoom, Teams o. ä. - und die Kameras der Zuhörer sind aus. Vor dir: Kacheln mit starren Fotos oder leblosen Buchstaben. Du sprichst in eine Sackgasse, wie in ein Loch. Die Reaktionen: spärlich. Es strengt an. Du möchtest, dass alle ihre Kameras anschalten: Du willst sie sehen.

Zunächst mal: Eigentlich könntest du so fröhlich mit deiner Kamera reden wie ein Comedian. Aber die Situation ist kraftraubend, weil du unbewusst auf Reaktionen wartest, wie du sie offline kennst - und die bleiben aus: Das muss man sich klarmachen.

 
Verschiedene Möglichkeiten

 

Ja, oft wäre es sinnvoller, wenn alle ihre Kamera anschalten würden: Das fördert das gute Gespräch, die fruchtbare Diskussion. Wie kannst du das bewirken?

  • Nur selten kannst du es einfach anordnen: Du bist nicht bei der Bundeswehr.
  • Du kannst eine Abstimmung versuchen - allerdings läufst du Gefahr, dass einzelne trotzdem nicht folgen: Ausreden gibt es viele. (Internet schlecht, Bild ruckelt, Kamera defekt...)
  • Du kannst zu überzeugen versuchen - aber nicht jedem leuchtet ein, um wie viel besser das Gespräch liefe oder die Diskussion ergiebiger.
  • Und du kannst (im Voraus!) Meinungsführer von deinem Standpunkt überzeugen, damit sie sich dafür einsetzen. Stimmen aus der Gruppe entwickeln oft große Stärke.

Du kannst Maßnahmen auch kombinieren - wichtig ist, dass sich niemand manipuliert fühlt: Du musst authentisch bleiben. Du kannst sogar ansprechen, im Vorfeld mit jemandem geredet zu haben. Diese Entscheidung kann dir niemand abnehmen: Du schätzt die Gruppe und ihre Situation ein.

 

„Nächste Woche"

 

Wenn du mehrere Online-Meetings mit derselben Gruppe hast, ist es oft leichter, das Anschalten der Kameras nicht sofort zu verlangen, sondern für die nächste Sitzung: „Heute noch ohne" kann dann in Ruhe nachwirken. Und falls du eine Abstimmung verloren hast, kannst du es nochmal versuchen: mit dem Argument, du habest neu beobachtet, dass... und nun sei es noch wichtiger geworden...

 

Nur vorläufig

 

Zudem kannst in der Diskussion überzeugen, indem du lediglich auf einem Ausprobieren beharrst - und für den Fall, dass das Anschalten sich nicht bewähre, werde es neu überdacht. Natürlich ist es auch möglich, bereits vor einer Konferenz anzukündigen, dass die Kameras angeschaltet bleiben.

Wichtig ist, dass du dir deiner Sache sicher bist. Wenn du zweifelst, kannst du nicht überzeugen. Und du musst wissen, dass Online-Kommunikation immer anstrengt. Wenn Menschen sich hinter ihrer abgeschalteten Kamera verbergen, ist das verständlich - und dass sie währenddessen auch Shisha rauchen oder den Pyjama wechseln, bleibt ein Fakt. Aber es ist eher destruktiv für ihre Gruppe.

 

Und, richtig professionell: Du sprichst tatsächlich fröhlich in deine Kamera, selbst wenn die anderen ihre ausgeschaltet haben. Dafür musst du sprechen, als ob jemand dahinter säße, den du jetzt direkt ansprichst. Das kann man sich zeigen und erklären lassen – und muss es üben. Aber dann geht’s. Andere Menschen schaffen das auch.
 

ri

 

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